Schauplatz · 1897
Société de géographie – das Geständnis von Léo Taxil
Adresse · 184, boulevard Saint-Germain, 75006 Paris
Metro · Saint-Germain-des-Prés (4) / Rue du Bac (12)
Heute · In Betrieb. Sitz der weiterhin aktiven Société de géographie; von außen zu sehen.
Die Geschichte
Die 1821 gegründete Société de géographie bezog 1878 ein Stadthaus am Boulevard Saint-Germain mit einem großen Vortragssaal. Forschungsreisende berichteten hier von ihren Expeditionen. Wie andere Gelehrtensäle wurde er auch für öffentliche Vorträge vermietet, was erklärt, warum hier einer der berühmtesten Schwindel des Fin de Siècle inszeniert wurde. Das Gebäude liegt wenige Schritte von der Kirche Saint-Germain-des-Prés entfernt, in einem Viertel der Verlage und gelehrten Institutionen.
Léo Taxil, ein ehemaliger Antiklerikaler, der sich scheinbar bekehrt hatte, veröffentlichte seit 1885 Enthüllungen über einen angeblichen satanischen Kult, den Palladismus, der die Freimaurerei lenken sollte. Seine Hauptfigur, Diana Vaughan, sollte am 19. April 1897 endlich auftreten. Vor vollem Saal erklärte Taxil, er habe alles erfunden. Churton behandelt die Affäre, weil der Palladismus den gnostischen und martinistischen Kreisen entgegengestellt wurde und weil Éliphas Lévis Bild des Baphomet darin zweckentfremdet wurde. Die Affäre sorgte in der gesamten Presse für einen Skandal.
Der Saal der Société de géographie existiert noch, und die Gesellschaft hat dort ihren Sitz. Die Fassade am Boulevard Saint-Germain trägt den Namen der Institution. Man betrachtet sie von außen und denkt an jenen Abend, an dem die Leichtgläubigkeit einer ganzen Epoche bloßgestellt wurde. Die Gesellschaft veranstaltet dort weiterhin öffentliche Vorträge wie im 19. Jahrhundert, und das Gebäude beherbergt noch immer ihre Bibliothek und Sammlungen. Der Boulevard ist sehr belebt.
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